2021 Inhalt

 

«Die Welt machte mich zu einer Hure, nun mache ich sie zu einem Bordell.»

Die alte Dame ist ein böses Stück, sagt Dürrenmatt – doch nichts schadet dieser Komödie, die tragisch endet, mehr als tierischer Ernst. Claire Zachanassian ist die reichste Frau der Welt, durch ihr Vermögen in der Lage, wie eine Heldin der griechischen Tragödie zu handeln – absolut, grausam, wie Medea etwa – doch die Dame hat Humor... eine seltsame Grazie, einen bösartigen Charme ... Sie ist eine dichterische Erscheinung ...

Die Güllener sind Menschen wie wir alle. Sie sind nicht böse, durchaus nicht; zuerst entschlossen, das Angebot der alten Dame, Ill für eine Milliarde zu töten, abzulehnen, machen sie Schulden. Nicht aus böser Absicht, aus Leichtsinn – aus dem Gefühl heraus, es lasse sich schon irgendwie arrangieren. Doch dann geben die Güllener der Versuchung nach. – Die Versuchung war zu gross...!

 

Inhalt

Claire Zachanassian kehrt als mächtige Frau von Welt in ihr Heimatdorf Güllen zurück. Vor Jahrzehnten musste sie aus dem Dorf fliehen, weil sie ein uneheliches Kind von Alfred Ill erwartete. Dieser leugnete die Vaterschaft und gewann mit Hilfe bestochener Zeugen den von Claire gegen ihn initiierten Prozess.

Nun will sich Claire, inzwischen Milliardärin, an ihm und den Dorfbewohnern rächen. Aus der Ferne hat sie alle Firmen in Güllen aufgekauft und pleite gehen lassen. Den Bewohnern der Stadt bietet sie eine Milliarde, wenn man ihr Ill opfert.

Nach anfänglicher Empörung über das unmoralische Angebot, scheint nach und nach neuer Wohlstand im maroden Nest einzukehren. Die Leute kaufen plötzlich wieder – teuer und auf Pump. Alfred Ill ahnt, dass es mit der Standfestigkeit seiner Mitbürger nicht weit her ist.

Eine Hetzjagd durch die Stadt beginnt …

Dürrenmatts wunderbar groteske Parabel führt auf unterhaltsame Art eine korrumpierbare wie manipulierbare Gesellschaft vor, deren (Un-)Rechtsbewusstsein doch eng mit dem persönlichen Vorteil verknüpft ist.